|
THW-Labor: Begleitende Qualitätskontrolle im Bereich der Trinkwasseraufbereitung |
Ein Bericht von Christiane Bettin, THW OV Havixbeck. Im Bereich der mobilen Trinkwasseraufbereitung leistet das Technische Hilfswerk (THW) seit Jahrzehnten weltweit humanitäre Hilfe in Katastrophen- und Krisengebieten. Nach DIN 2000 ist Trinkwasser das wichtigste Lebensmittel. Es kann nicht ersetzt werden. Um im Katastrophenfall ein einwandfreies Trinkwasser zu gewährleisten, wird auch ein mobiles Trinkwasserlabor mitgeführt.
Im Rahmen der Vorerkundung untersucht das THW-Labor in einem Katastrophengebiet die vorhandenen Wasserressourcen auf ihre Eignung als Rohwasserquelle. Anhand der festgestellten Wasserqualität des ausgewählten Gewässers wird die geeignete Verfahrenstechnik zur Wasseraufbereitung festgelegt. Während des THW-Einsatzes erfolgt eine kontinuierliche Überprüfung des produzierten Reinwassers und der gewählten Rohwasserquelle. Das Labor ist verantwortlich für die ständige Qualitätskontrolle des Trinkwassers und die Einhaltung der Qualitätsparameter entsprechend den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) oder nationaler Verordnungen. Untersucht werden physikalische, sensorische, chemische und mikrobiologische Parameter. Die Messung von pH-Wert, elektrischer Leitfähigkeit, Redoxpotential und Temperatur erfolgt mit Messgeräte von WTW oder von HANNA. Messgeräte von HACH-LANGE dienen der Bestimmung der Trübung und des Chlorgehaltes. Die photometrischen Nachweise zahlreicher organischer und anorganischer Inhaltsstoffe wie z.B. Ammonium, Nitrit, Nitrat, Eisen und Mangan werden mit dem Spectroquant®-System der Fa. Merck durchgeführt. Die bakteriologischen Untersuchungen werden intensiv betrieben, um einer Ausbreitung von u. a. Cholera- oder Typhus-Epidemien in den Katastrophengebieten schon im Vorfeld entgegenzuwirken oder den Ausgangspunkt bestehender Epidemien zu lokalisieren. Die mikrobiologischen Bestimmungen mit Produkten der Fa. IDEXX umfassen den Nachweis sogenannter Indikatorkeime sowie die Bestimmung der Koloniezahl. Zum Nachweis von E. coli und coliformen Keimen wird das Colilert-18®-Verfahren und zum Nachweis von Enterokokken das Enterolert-E®-Verfahren eingesetzt. Die Bestimmung der Koloniezahl bei 22oC und 36oC erfolgt mit dem SimPlate®- oder Quanti-Disk®-Verfahren. Die Testsysteme der Fa. IDEXX überzeugen durch Einfachheit in Handhabung und Auswertung. Neben der Untersuchung des vom THW produzierten Reinwassers übernimmt das mobile THW-Wasserlabor auch für andere Hilfsorganisationen, die selber über keine Möglichkeit zur Wasseruntersuchung verfügen, im gewissen Umfang Probenanalytik und Beratung.  THW-Trinkwasserlabor in Bam, IRAN (2004). Erste Erprobung der IDEXX-Testsätze im Auslandseinsatz. Foto: Dr. Oliver Hallas, THW Pinneberg.
|